Altersvorsorge für Frauen: Teilzeit, Care-Arbeit und der Gender Pension Gap

Bei der Alters­vor­sor­ge soll­ten Frau­en den Gen­der Pen­si­on Gap beson­ders im Blick haben – also die durch­schnitt­lich nied­ri­ge­ren Alters­ein­künf­te von Frau­en gegen­über Män­nern. In Deutsch­land ent­steht die­se Lücke weni­ger durch ande­re Ren­ten­re­geln, son­dern vor allem durch unter­schied­li­che Erwerbs­bio­gra­fien.

Typi­sche Ursa­chen sind Teil­zeit, Eltern­zeit, län­ge­re Erwerbs­un­ter­bre­chun­gen, Pfle­ge von Ange­hö­ri­gen und im Durch­schnitt nied­ri­ge­re Erwerbs­ein­kom­men. Dadurch wer­den weni­ger Bei­trä­ge in die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung ein­ge­zahlt. Gleich­zei­tig haben Frau­en sta­tis­tisch eine höhe­re Lebens­er­war­tung, sodass das vor­han­de­ne Ver­mö­gen häu­fig län­ger rei­chen muss.

Es ist wich­tig, dass Frau­en finan­zi­el­le Eigen­ver­ant­wor­tung über­neh­men.

Vor­sor­ge beginnt nicht mit einer per­fek­ten Stra­te­gie, son­dern mit einem kla­ren Über­blick über die eige­ne Situa­ti­on. Der ers­te Schritt ist des­halb nicht Per­fek­ti­on bei der Vor­sor­ge­pla­nung, son­dern Ori­en­tie­rung. Hier unter­stüt­ze ich mei­ne Man­dan­tin­nen seit über 25 Jah­ren mit einer indi­vi­du­el­len Bera­tung. Wir erstel­len gemein­sam eine Über­sicht der bestehen­den Ver­trä­ge für die eige­ne Ruhe­stands­pla­nung.

Für die finan­zi­el­le Unab­hän­gig­keit und per­sön­li­che Alters­vor­sor­ge sind des­halb vor allem die­se Punk­te wich­tig:

  • Eige­ne Ren­ten­an­sprü­che auf­bau­en: Alters­vor­sor­ge nicht aus­schließ­lich über den Part­ner betrach­ten. Regel­mä­ßig die Ren­ten­in­for­ma­ti­on prü­fen und eine per­sön­li­che Ver­sor­gungs­lü­cke berech­nen.
  • Teil­zeit­fol­gen ken­nen: Nicht nur das aktu­el­le Net­to­ge­halt sinkt – weni­ger Arbeits­zeit bedeu­tet meist auch weni­ger gesetz­li­che Ren­te und häu­fig gerin­ge­re betrieb­li­che Alters­vor­sor­ge.
  • Kin­der­er­zie­hungs­zei­ten berück­sich­ti­gen: Sie kön­nen die gesetz­li­che Ren­te erhö­hen, glei­chen län­ge­re Teil­zeit- oder Aus­fall­zei­ten aber nicht zwangs­läu­fig voll­stän­dig aus.
  • Früh mit pri­va­ter Vor­sor­ge begin­nen: Ein lan­ger Anla­ge­ho­ri­zont macht einen gro­ßen Unter­schied. Für lang­fris­ti­gen Ver­mö­gens­auf­bau kön­nen bei­spiels­wei­se breit gestreu­te Akti­en­fonds bzw. ETFs eine Mög­lich­keit sein.
  • Spar­ra­te nach Unter­bre­chun­gen erhö­hen: Nach Eltern­zeit oder län­ge­ren Teil­zeit­pha­sen kann es sinn­voll sein, die Alters­vor­sor­ge gezielt wie­der auf­zu­sto­cken.
  • Part­ner­schaft finan­zi­ell fair gestal­ten: Wenn eine Per­son wegen gemein­sa­mer Kin­der beruf­lich zurück­steckt, kann ein finan­zi­el­ler Aus­gleich sinn­voll sein – bei­spiels­wei­se indem der ande­re Part­ner zusätz­li­che Alters­vor­sor­ge für sie finan­ziert.
  • Schei­dung und Todes­fall mit­den­ken: Ver­sor­gungs­aus­gleich, Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung, Ver­si­che­run­gen und die Eigen­tums­ver­hält­nis­se bei Depots und Immo­bi­li­en soll­ten bekannt sein.
  • Nicht nur auf die Ren­te schau­en: Alters­vor­sor­ge soll­te auch aus­rei­chend liqui­de Rück­la­gen und eine Absi­che­rung exis­ten­zi­el­ler Risi­ken umfas­sen.
Der Gender Pension GAP bei Frauen

Ein ein­fa­ches Bei­spiel zeigt den Effekt: Ver­dient eine Frau nach der Geburt der Kin­der vie­le Jah­re nur 50–60 % ihres frü­he­ren Ein­kom­mens, betrifft das nicht nur die­se Jah­re. Sie spart mög­li­cher­wei­se gleich­zei­tig weni­ger gesetz­li­che Ren­te, weni­ger Betriebs­ren­te und weni­ger pri­va­tes Ver­mö­gen an. Dadurch kön­nen sich die Unter­schie­de bis zum Ruhe­stand erheb­lich ver­stär­ken.

Beson­ders wich­tig ist des­halb, den Gen­der Pen­si­on Gap nicht erst mit 50 oder 60, son­dern mög­lichst früh als kon­kre­te per­sön­li­che Rech­nung zu betrach­ten: Wel­che monat­li­chen Alters­ein­künf­te sind zu erwar­ten, wel­cher Betrag wird benö­tigt und wie groß ist die dar­aus resul­tie­ren­de Vor­sor­ge­lü­cke?

Ich hel­fe Ihnen, um lang­fris­tig wei­ter Ver­mö­gen auf­zu­bau­en oder die rich­ti­ge Stra­te­gie aus­zu­wäh­len, damit aus dem Ver­mö­gen ein sta­bi­les Fun­da­ment und kein wack­li­ges Depot wird. Mit den pas­sen­den ETF-Bau­stei­nen, einer aus­ge­wo­ge­nen Streu­ung und einer durch­dach­ten Depotstruk­tur kön­nen wir die Ren­di­te­chan­cen nut­zen und die Risi­ken redu­zie­ren.


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